Angst
Angst ist allgegenwärtig. Sie lässt uns Dinge tun, die wir eigentlich garnicht tun wollen. Nicht nur unser Handeln wird von ihr beeinflusst, sondern unser ganzes Sein. Dadurch geben wir auch Ängste an die nächste Generation weiter. Sie sind wie Schatten, die uns auf Schritt und Tritt folgen und ein Leben lang begleiten. Auch wenn wir sie verdrängen, sie wirken dennoch auf uns ein. Ein ganzes Leben lang sind wir damit beschäftigt Strategien zu entwickeln um mit unseren Ängsten klar zu kommen. Dabei geht es nicht darum, sich vollständig von Ängsten zu befreien. Vielmehr wandeln wir unkontrollierbare Ängste in kontrollierbare Ängste um. Das geschieht immer dann, wenn wir eine Herausforderung gemeistert haben. Mit den Jahren entstehen verschiedene Strategien für die verschiedensten Situationen und Probleme. Weil sich die Außenwelt in einem permanenten Wandel befindet, werden wir immer wieder mit Veränderungen konfrontiert. Dadurch werden wir immer mal wieder dazu gezwungen unsere Strategien zu verändern. Ängste sind vollkommen natürlich und treten in jedem Alter auf, weil sie auch für unser Überleben notwendig sind. Nach dem Motto: “ Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Ideen”, kann sie uns zu Höchstleistungen befähigen, körperlich wie geistig. Was uns dann ermöglicht die Herausforderung zu meistern. Andererseits kann sie uns lähmen, uns vor Angst erstarren lassen. Wir befinden uns dann in einer Sackgasse, wenn bereits bekannte Strategien nicht mehr greifen und sich nur noch Exzess und Lethargie abwechseln. Dann verfallen wir der Vogel-Stauß-Technik, weil uns das Gefühl beschleicht keinen Einfluss zu haben. Entwaffnet und machtlos stehen wir der Angst gegenüber. Wenn es uns in dieser Situation gelingt die Perspektive zu wechseln können wir neue Strategien entwickeln. Es ist möglich aus dieser Sackgasse zu treten. Wenn wir es nicht schaffen erledigt die natürliche Auslese den Rest. So hart das auch klingen mag.
In der heutigen Zeit fällt es uns besonders schwer mit Ängsten um zu gehen. Die Digitalisierung mit den neuen Medien verleitet uns immer häufiger dazu eine angetragene Geschichte mit einer tatsächlich erlebten Realität zu verwechseln. Allgegenwärtig und permanent verfügbar werden wir heute regelrecht mit bunten Bildchen und Schlagzeilen bombardiert. All zu oft wird ein sehr begrenzter Fokus vermittelt. Das wird dann zum Problem, wenn die digitale Welt immer mehr reale Lebenszeit in Anspruch nimmt. So kommt es durch permanente Wiederholung zwangsläufig zu einer Realitätsverschiebung. Das digitale Leben wird wichtiger, wir stecken noch mehr Energie und Zeit rein und entziehen der realen Welt ihren Stellenwert in unserem Leben. Durch diese Verschiebung gerät man in eine Sackgasse. Weder können wir uns digital fortpflanzen, noch können wir unsere Kinder digital groß ziehen. Unser Leben spielt sich in der Realität ab, von der die digitale Welt nur einen Teil ausmacht. Um so größer dieser Teil wird um so unwahrscheinlicher wird es, dass wir Strategien entwickeln, die unsere reale Existenz verbessern, weil der Fokus auf das Digitale gerichtet ist. Unter diesen Vorraussetzungen ist es nicht leicht sich seinen ganz persönlichen Ängsten bewusst zu werden. Zu einfach scheint die Flucht ins Digitale. Wie bei allem in der Welt geht es auch hier um ein Gleichgewicht. Die persönliche Lebensqualität darf nicht wesentlich negativ beeinträchtigt werden. Weder von der Angst noch von der Strategie zu ihrer Überwindung. Alles was wir tun können ist den Mut zu haben einen neuen Weg ein zu schlagen, wenn sich uns einer offenbart. Das ist der Mut zur Entscheidung.

Mir gefällt die “rawness” dieses Textes. Oberflächlich betrachtet könnte man behaupten, dass eine Überarbeitung und ein Lektorat recht gut täten. Und kürzere Absätze natürlich :)
Aber wenn man genauer hinsieht, merkt man, dass dies dem Text seine Power nehmen würde.
Sehr guter Text, mag besonders den Punkt, dass wir das Digitale mit dem real erlebten verwechseln. Danke fürs Schreiben!